Auf Einladung der Otto-Rombach Bücherei Bietigheim-Bissingen und der Gymnasien und mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins las Treichel am Freitag exklusiv für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 in der Aula aus seinem Werk „Der Verlorene“.

In der Lektüre erzählt ein jugendlicher Ich-Erzähler über das Schicksal seiner Eltern als Vertriebene im Nachkriegsdeutschland und über ihre unermüdliche Suche nach dem im Krieg verlorenen Bruder, die dazu führt, dass der namenlose Ich-Erzähler in einen aussichtslosen Wettstreit um die Aufmerksamkeit der Eltern eintritt und so selbst zum „Verlorenen“ wird.

Für die Deutschkurse der Kursstufe war dies eine besondere Möglichkeit, den Autor einer Abiturlektüre persönlich kennen zu lernen und die Antwort auf die Frage zu finden, die die Schulleiterin Nicole Stockmann so treffend in ihrer Begrüßung formulierte: „Was ist das für ein Mensch, der dieses Buch geschrieben hat?“

Treichel las drei Teile aus seiner Erzählung. Im Anschluss hatten die Schüler und Schülerinnen in einer von der Bibliothekarin Astrid Vetter moderierten Fragestunde die Möglichkeit, Fragen zum Werk und seiner Entstehung zu stellen. Dabei waren insbesondere Fragen zum Themenkomplex, inwiefern biografische Erlebnisse Eingang in die Handlung gefunden hätten, für die Schülerschaft von Interesse. Die Nähe zu seinem jugendlichen Publikum scheute Treichel dabei nicht. Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde in kleiner Runde bei einer Tasse Kaffee die lebhafte Diskussion weitergeführt.

Neben „Der Verlorene“ verfasste der 1952 in Versmold geborene Treichel weitere Werke wie etwa seine jüngste Erzählung "Tagesanbruch" (2016). Darüber hinaus machte er sich auch als Lyriker einen Namen. Von 1995 bis März 2018 lehrte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er lebt heute in Berlin.

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